Was ist das / Wie funktioniert es
Ein Pufferspeicher besteht aus einem zylindrischen Behälter aus unlegiertem Qualitätsstahl (S235JR), der außen mit einer dicken Dämmschicht (Polyestervlies oder PU-Hartschaum) umhüllt ist. Er ist direkt in das geschlossene Rohrleitungsnetz der Heizungsanlage integriert und vollständig mit totem Heizungswasser gefüllt.
Das Grundprinzip beruht auf der natürlichen thermischen Dichteschichtung von Wasser:
- Das vom Kessel oder von der Wärmepumpe gelieferte heiße Wasser strömt im oberen Behälterdrittel ein, da es leichter ist.
- Das abgekühlte Rücklaufwasser aus den Heizkörpern oder der Fußbodenheizung wird im unteren, kühleren Behälterbereich zurückgeführt.
- Bei Wärmebedarf zieht die Heizkreispumpe das heiße Vorlaufwasser direkt aus dem oberen Pufferbereich ab.
Durch das zwischengeschaltete Wasservolumen fungiert der Speicher als hydraulische Weiche oder Energiespeicher. Er gleicht Leistungsdifferenzen zwischen dem variablen Wärmebedarf der Wohnräume und der starren oder modulierenden Leistung des Wärmeerzeugers zuverlässig aus.
Wann ist es sinnvoll
Der Einsatz eines Pufferspeichers richtet sich nach dem eingesetzten Wärmeerzeuger:
- Abgrenzung zu Trinkwasserspeichern: Ein Pufferspeicher führt ausschließlich technisches Heizwasser. Er besitzt keine lebensmittelechte Emaille- oder Edelstahlbeschichtung und darf nicht zur direkten Dusch- oder Trinkwasserbereitstellung genutzt werden.
- Unverzichtbar bei Festbrennstoffen: Scheitholz- und Pelletkessel können nach dem Anzünden nicht sekundenschnell heruntergeregelt werden. Der Pufferspeicher nimmt die überschüssige Hitze auf und verhindert ein Überhitzen des Kessels.
- Effizienzgewinn bei Wärmepumpen: Bei Wärmepumpen verhindert ein kleiner Puffer (Reihenspeicher) das schädliche Ein- und Ausschalten (Takten) des Kompressors in der Übergangszeit und liefert die Energie für den automatischen Abtauzyklus im Winter.
Worauf achten
Für minimale Wärmeverluste und effiziente Funktion sind folgende Punkte wesentlich:
- Dämmstandard und Energieeffizienzklasse: Achten Sie auf Prüflabel der EU-Ökodesign-Richtlinie (mindestens Klasse B). Dämmhüllen sollten eng am Behälter anliegen, und Anschlüsse müssen wärmebrückenfrei ausgeführt sein.
- Anschlussgeometrie und Schichteinrichtungen: Bei Anlagen mit mehreren Heizkreisen sind Schichtladepuffer empfehlenswert. Interne Prallbleche verhindern, dass einströmendes Wasser die Temperaturschichten aufwirbelt.
- Füllwasser nach VDI 2035: Da der Stahlbehälter innen unbehandelt ist, muss das Füllwasser streng salzarm und sauerstofffrei gehalten werden, um Lochfraß und Verschlammung auszuschließen.
Häufige Fragen
Braucht jedes Haus mit Wärmepumpe zwingend einen Pufferspeicher?
Nicht zwingend, aber in vielen Fällen dringend empfohlen. Bei reiner Fußbodenheizung ohne Einzelraumregelung kann der Estrich als Speicher dienen. Sind jedoch viele regelbare Heizkörper vorhanden oder schalten Einzelraumregler ab, sichert der Puffer das nötige Mindestvolumen und schützt den Kompressor vor kurzen Taktzyklen.
Wie groß muss ein Pufferspeicher für einen Scheitholzkessel sein?
Als anerkannte Faustformel gelten typischerweise etwa 50 bis 100 Liter Puffervolumen pro Kilowatt Nennwärmeleistung des Festbrennstoffkessels. Dadurch kann eine vollständige Holzfüllung des Füllraums sicher aufgenommen werden.
Kann ein Pufferspeicher mit einem Heizstab erweitert werden?
Ja, die meisten Pufferspeicher verfügen über standardisierte Muffen (meist 1½ Zoll), in die ein elektrischer Schraubheizkörper nachgerüstet werden kann, um überschüssigen Photovoltaikstrom thermisch zu speichern.
Warum besitzt ein Pufferspeicher keine Opferanode?
Im geschlossenen Heizkreislauf ist nach kurzer Zeit kein gelöster Restsauerstoff mehr vorhanden. Ohne Sauerstoff kann Stahl nicht rosten, weshalb im Gegensatz zu Trinkwasserspeichern kein kathodischer Anodenschutz erforderlich ist.