Was ist das / Wie funktioniert es
Der Randdämmstreifen ist ein flexibler Dämmstreifen aus geschlossenzelligem Polyethylenschaum (PE-Schaum) mit einer Materialstärke von typischerweise etwa 8 bis 10 Millimetern und einer Höhe von rund 150 Millimetern.
Konstruktive Elemente:
- Anschweißschürze (Folienlasche): An der Vorderseite ist eine dünne PE-Folie angeschweißt, die dicht auf die Dämmschicht geklappt und verklebt wird. Sie verhindert, dass flüssiges Anmachwasser oder Fließestrich hinter die Dämmung läuft.
- Selbstkleberücken: Viele Modelle besitzen eine Klebeschicht auf der Rückseite zur schnellen Fixierung an Mauerwerk oder Trockenbauwänden.
- Abrissperforation: Nach dem Verlegen des Bodenbelags kann der überstehende Teil entlang einer Sollbruchstelle bündig abgerissen werden.
Wann ist es sinnvoll
Der Einbau eines Randdämmstreifens ist bei jedem schwimmenden Estrich zwingend vorgeschrieben:
- Abgrenzung zu starren Wandanschlüssen: Heizestrich dehnt sich beim Aufheizen um typischerweise etwa 0,5 bis 1,5 Millimeter pro Meter aus. Stößt der Estrich starr an eine Wand, entstehen enorme Spannungen, die zum Aufwölben und Brechen des Estrichs führen.
- Schallschutz nach DIN 4109: Der elastische Schaum verhindert, dass Trittschall vom Fußboden in die Wände und benachbarte Räume übertragen wird.
- Vermeidung von Wärmebrücken: Unterbindet Wärmeverluste vom beheizten Fußboden in die kalten Außenwandkonstruktionen.
Worauf achten
Fehler beim Randdämmstreifen führen zu irreversiblen Bauschäden:
- Lückenlose Verlegung: Der Streifen muss an sämtlichen Wänden, Treppenaufgängen, Säulen und Türlaibungen ohne jede Unterbrechung verlegt werden.
- Dichte Folienlasche: Vor dem Einbringen von Fließestrich muss die Folienlasche vollständig dicht mit der Dämmplatte verklebt sein. Schon ein kleiner Riss lässt Mörtel an die Wand laufen und erzeugt eine massive Schallbrücke.
- Abschneiden erst nach dem Bodenbelag: Der überstehende Randdämmstreifen darf erst nach dem Verfugen der Fliesen bzw. nach dem Verlegen von Parkett abgeschnitten werden.
Häufige Fragen
Wann darf der Randdämmstreifen abgeschnitten werden?
Erst nach dem vollständigen Verlegen und Verfugen des Oberbodens (z. B. Fliesen oder Laminat). Wird er vorher abgeschnitten, können Fliesenkleber oder Fugenmörtel eine starre Schallbrücke zur Wand bilden.
Was passiert, wenn der Randdämmstreifen fehlt?
Der Estrich dehnt sich bei Erwärmung aus, baut Druck gegen die Wände auf und reißt oder bricht. Zudem werden Geh- und Trittgeräusche stark laut ins ganze Gebäude übertragen.
Wie dick muss ein Randdämmstreifen sein?
Nach DIN 18560 muss der Randdämmstreifen bei Zement- und Calciumsulfatestrichen typischerweise mindestens etwa 8 bis 10 Millimeter zusammendrückbar sein.
Wie wird der Streifen an Innen- und Außenecken verlegt?
An Innenecken wird der Streifen sauber eingedrückt; an Außenecken wird die Folie leicht eingeschnitten, sodass der Schaum eng und hohlraumfrei um die Kante herumläuft.