Was ist das / Wie funktioniert es
Abwasserpumpen sind motorgetriebene Tauchpumpen, die speziell für die Förderung von grauem Schmutzwasser mit festen Schwebstoffen konstruiert sind. Sie verfügen über robuste Laufräder (wie Freistrom- oder Kanalräder), die Verstopfungen durch Textilfasern oder Schlammpartikel verhindern.
Die Pumpe wird typischerweise in einem Sammelschacht oder Sammelbehälter im Kellergeschoss oder Außenbereich installiert. Über einen Schwimmerschalter, Tauchglocken oder elektronische Drucksensoren wird der Wasserstand überwacht. Erreicht das Abwasser ein bestimmtes Niveau, schaltet der Motor automatisch ein und pumpt das Abwasser über eine Druckleitung typischerweise über die örtliche Rückstauebene in die Kanalisation.
Wann ist es sinnvoll
Abwasserpumpen werden überall dort benötigt, wo Entwässerungsgegenstände wie Waschmaschinen, Duschen oder Bodenabläufe unterhalb des Straßenniveaus installiert sind.
In der Abgrenzung zu Fäkalienhebeanlagen sind einfache Abwasserpumpen ausschließlich für fäkalienfreies Grauwasser ohne Toilettenanschluss ausgelegt; Feststoffe dürfen typischerweise eine Korngröße von rund 10 bis 30 mm nicht überschreiten. Gegenüber Schmutzwasser-Tauchpumpen für den mobilen Notfalleinsatz sind stationäre Abwasserpumpen für den kontinuierlichen Automatikbetrieb mit dauerhafter Rohrinstallation konzipiert.
Worauf achten
Die Dimensionierung der Förderhöhe und Förderleistung muss exakt auf die Leitungslänge und geodätische Höhe abgestimmt werden.
In die Druckleitung muss zwingend eine normgerechte Rückschlagklappe nach DIN EN 12050 eingebaut werden, um ein Zurücklaufen des Wassers nach dem Abschalten zu verhindern. Zudem ist die Druckleitung in einer Schleife typischerweise mindestens etwa 20 bis 30 cm über die örtlich festgelegte Rückstauebene zu führen, um das Gebäude vor Kanalrückstau bei Starkregen zu schützen.
Häufige Fragen
Darf eine Abwasserpumpe Toilettenabwasser fördern?
Nein, für Toilettenabwasser ist nach DIN EN 12050-1 zwingend eine Fäkalienhebeanlage mit Schneidwerk oder großem Freistromkanal vorgeschrieben.
Welche Korngröße können Abwasserpumpen bewältigen?
Standardmodelle bewältigen typischerweise Feststoffgrößen von etwa 10 bis rund 35 mm Durchmesser.
Warum ist die Rückstauschleife unverzichtbar?
Die Schleife verhindert physikalisch, dass bei rückstauendem Kanalnetz Wasser durch die Rohrleitung in das Gebäude drückt.
Wie wird die Pumpe gesteuert?
Die Ansteuerung erfolgt typischerweise über integrierte Schwimmerschalter oder externe Niveausensoren im Pumpensumpf.