Was ist das / Wie funktioniert es
Ein Kohlevergaserkessel ist ein robuster Spezialkessel, der das Prinzip der Holzvergasung auf fossile Festbrennstoffe überträgt. Durch geregelten Unterbrand wird der Brennstoff zunächst entgast und das Kohlegas anschließend in einer separaten keramischen Nachbrennkammer bei Temperaturen von typischerweise über etwa 1000 °C verbrannt.
Im Vergleich zu alten Kohle-Naturzugkesseln sorgt ein modulierendes Saugzuggebläse in Verbindung mit einer elektronischen Verbrennungsregelung für eine saubere Oxidation. Dadurch werden schädliche Kohlenwasserstoffe und Rußpartikel drastisch reduziert, während der Wirkungsgrad auf typischerweise über rund 85 bis 90 Prozent ansteigt.
Wann ist es sinnvoll
Der Einsatz kommt in Regionen mit günstiger Kohlebrennstoff-Verfügbarkeit oder bei bestehenden Brennstofflagern infrage, wenn ein wirtschaftlicher Festbrennstoffbetrieb mit langen Nachlegeintervallen gesucht wird.
In der Abgrenzung zu reinen Scheitholzvergasern sind Brennraumgeometrie, Düsenblöcke und Rostelemente speziell auf das Brenn- und Ascheverhalten von Kohle (höherer Schlacke- und Aschegehalt) abgestimmt. Viele moderne Kohlevergaser sind als Kombigeräte konstruiert, die wahlweise auch mit Stückholz bestückt werden können.
Worauf achten
Auch bei Kohlevergasern ist die Einbindung eines ausreichend dimensionierten Pufferspeichers (typischerweise etwa 50 bis 80 Liter pro kW) zwingend geboten, um das System im effizienten Volllastbereich zu betreiben.
Die Schornsteinanlage muss feuchteunempfindlich und rußbrandbeständig sein. Vor der Installation ist die Einhaltung der strengen Grenzwerte der 1. BImSchV für Staub und CO nachzuweisen und die Freigabe des Bezirksschornsteinfegers einzuholen (Stand: September 2026).
Häufige Fragen
Welche Kohlesorten dürfen im Kohlevergaser verbrannt werden?
Verwendet werden dürfen nur die in der Herstelleranleitung freigegebenen Brennstoffe, meist Braunkohlebriketts oder Anthrazitkohle.
Kann ein Kohlevergaser auch mit Scheitholz betrieben werden?
Viele zugelassene Kesselmodelle sind als Kombikessel für den wechselweisen Betrieb mit Stückholz und Kohlebriketts zertifiziert.
Wie lang sind die Nachlegeintervalle?
Aufgrund der hohen Energiedichte von Kohle brennt eine Füllung typischerweise über etwa 8 bis zu rund 14 Stunden.
Welche Vorschriften gelten für Emissionen?
Der Kessel muss die Grenzwerte der 1. BImSchV (Stufe 2) sicher einhalten, was durch ein Prüfzertifikat nachgewiesen wird.