Was ist das / Wie funktioniert es
Rohrschellen sind zweiteilige oder einteilige Bügel aus verzinktem Stahlblech oder Edelstahl, die Rohre formschlüssig umschließen. Auf der Rückseite besitzen sie eine angeschweißte Stufenmutter mit metrischem Innengewinde (typischerweise etwa M8 oder M10), um Stockschrauben oder Gewindestangen aufzunehmen.
Kernmerkmale haustechnischer Rohrschellen:
- Körperschalldämmung: Hochwertige Schellen verfügen über eine profilierte EPDM- oder Silikongummieinlage. Sie trennt das metallische Rohr akustisch vom Baukörper und verhindert störende Knack- und Strömungsgeräusche nach DIN 4109.
- Schnellverschluss: Gelenkschellen lassen sich mit einer einzigen Schraube aufklappen, um das Rohr rasch einzulegen und mit Rastmechanismen zeitsparend zu verriegeln.
- Temperaturbeständigkeit: Für Standard-Heizungsrohre genügen EPDM-Gummis bis typischerweise etwa 110 °C; für ungedämmte Solarleitungen kommen hochtemperaturbeständige Silikoneinlagen (bis rund 200 °C) zum Einsatz.
Wann ist es sinnvoll
Rohrschellen sind die Basiskomponente jeder sichtbaren oder schachtgeführten Rohrtrasse:
- Abgrenzung zu Lochbändern oder Klemmen: Einfache Lochbänder bieten weder Schallentkopplung noch definierte Führung. Normgerechte Rohrschellen halten Leitungen gerade und verhindern Schwingungen.
- Führung thermischer Längenausdehnungen: Schellen können als Festpunkte (Rohr starr fixiert) oder als Gleitpunkte (Rohr kann bei Erwärmung axial durch die Schelle rutschen) ausgeführt werden.
- Schallschutz nach DIN 4109: Im Wohnungsbau ist die schallentkoppelte Rohrbefestigung an Massivwänden rechtlich bindend.
Worauf achten
Bei der Leitungsbefestigung müssen Abstände und Ausdehnung berücksichtigt werden:
- Befestigungsabstände einhalten: Um ein Durchhängen von Rohren zu verhindern, müssen genormte Stützabstände eingehalten werden (typischerweise etwa alle 1,0 bis 1,5 Meter bei Verbundrohr, bis rund 2,0 bis 2,5 Meter bei starrem Kupfer- oder Stahlrohr).
- Gleitpunkte nicht blockieren: Bei Gleitschellen dürfen die Verschlussschrauben nicht mit maximalem Drehmoment zugeknallt werden, damit das Rohr bei Erwärmung frei gleiten kann.
- Schallbrücken vermeiden: Die Gummieinlage darf bei der Montage nicht verrutschen; Metall darf niemals direkt auf Metall aufliegen.
Häufige Fragen
Warum haben Rohrschellen eine Gummieinlage?
Die Gummieinlage dämpft Fließ- und Pumpengeräusche und verhindert, dass Schwingungen der Rohrleitung auf das Mauerwerk übertragen werden (Schallschutz nach DIN 4109).
Was ist der Unterschied zwischen einem Festpunkt und einem Gleitpunkt?
Ein Festpunkt klemmt das Rohr vollständig starr ein, um Dehnungsrichtungen vorzugeben. Ein Gleitpunkt führt das Rohr, erlaubt ihm aber, sich bei Temperaturänderungen axial auszudehnen.
Wie groß muss der Abstand zwischen zwei Rohrschellen sein?
Der Abstand richtet sich nach Rohrmaterial und Durchmesser. Bei Kunststoffrohren liegt er typischerweise bei etwa 1,0 bis 1,2 Metern, bei Kupfer oder Stahl bei etwa 1,5 bis 2,5 Metern.
Welche Gewindegröße haben Rohrschellen?
Standardschellen in der Haustechnik verfügen meist über ein Kombigewinde M8/M10, sodass sie sowohl mit M8- als auch mit M10-Gewindestangen oder Stockschrauben verschraubt werden können.